Heilung & Rehabilitation in historischen Gebäuden: Landrat besucht salus klinik Lindow

Persönliche Gespräche über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen, Betriebsführungen und das gemeinsame Nachdenken über Zukunftspläne mit Unternehmer:innen im Landkreis – all das steht auch in diesem Jahr wieder im Kalender von Landrat Ralf Reinhardt. Zum Auftakt ging es Ende Februar, gemeinsam mit Amtsdirektor Karsten Rottstädt sowie Steffen Müller und Wiebke Nowack von der REG Nordwestbrandenburg, nach Lindow in die salus Klinik. Dort wurden wir von Robert Schöneck, seit 2020 Direktor der Klinik, empfangen. Im Gespräch ging es um:

  • die erfolgreich etablierte Zusammenarbeit mit der MHB im Bereich der Ausbildung von Psychotherapeut:innen – und das mittelfristige Ziel der Klinik, Lehrkrankenhaus für das Direktstudium Psychotherapie zu werden
  • die Erweiterungspläne der Klinik mit dem Ziel, allen Patient:innen Einzelzimmer anbieten zu können. Dies ist bisher nur für Patient:innen mit psychosomatischem Behandlungsschwerpunkt möglich, aber auch Menschen, die zur Suchttherapie kommen, fragen zunehmend Einzelzimmer nach.
  • Verschiedene Personalthemen, unter anderem um das Anliegen der Beschäftigten (und Patient:innen), ohne lange Wartezeiten mit dem ÖPNV von Berlin bis zum Klinikgelände gelangen zu können.

Landrat Reinhardt hörte zu, fragte nach, rekapitulierte einzelne Punkte gemeinsam mit Amtsdirektor Rottstädt und dem REG-Team und nahm viele Punkte zur Nachbereitung mit.

Während des anschließenden Rundgangs durch die Gebäude und Räumlichkeiten der Klinik wurde deutlich: Der salus Klinik ist es in Lindow gelungen, einen Ort zu gestalten, der Heilung ermöglicht, Psychotherapie auf hohem Niveau anbietet und weiterentwickelt, historische Gebäude sinnstiftend und wirtschaftlich nutzt und, nicht zuletzt, Menschen in unsere Region holt – und sicherlich auch einige von der Seenlandschaft begeistert.

„Die salus klinik Lindow hat nicht nur für die Patientinnen und Patienten ein tolles Angebot – auch die Region profitiert enorm. Allein die große Zahl von Studierenden, die hier zu Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ausgebildet werden, ist ein großer Erfolg. Auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist vorbildlich.“

Ralf Reinhardt

Gespräch über die geplante Erweiterung eines Klinikgebäudes der salus klinik Lindow

Von links nach rechts: Direktor der salus klinik in Lindow, Robert Schöneck, Ralf Reinhardt (Landrat), Karsten Rottstädt (Amtsdirektor von Amt Lindow) und Steffen Müller (Geschäftsführer der REG Nordwestbrandenburg) im Gespräch über die geplante Erweiterung eines Klinikgebäudes. (Foto: Wiebke Nowack, REG)

Rundgang salus klinik Lindow

Von links nach rechts: Steffen Müller, Karsten Rottstädt, Robert Schöneck und Ralf Reinhardt während des Rundgangs über das Betriebsgelände der salus klinik Lindow. (Foto: Wiebke Nowack, REG)

Landrat Ralf Reinhardt besucht Tobias Schulz von der Agrar Rheinsberg GmbH 

und trifft dort landwirtschaftliche Expertise

Zu sehen ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb bei eisigen Temperaturen im Februar nicht besonders viel. Der Parkplatz auf dem Betriebsgelände der Agrar Rheinsberg GmbH stand dennoch voll und für Tobias Schulz und sein Team ist auch im Winter Einiges zu tun. Eine der vielseitigen Aufgaben wurde im Aufenthaltsraumes sichtbar: Dort fielen beim Eintreten mehrere Eimer mit Erde und gekeimten Erbsen auf und lenkten das Gespräch erst einmal auf die Themen Fruchtfolge, Agrarförderung und die aktuelle Erkenntnis des Betriebes, dass die eigenen Erbsen aus dem Vorjahr dieses Mal nicht als Saatgut in Frage kommen – mit der Folge, dass Saatgut teuer eingekauft werden muss und der Betrieb vor diesem Hintergrund in geringerem Umfang Erbsen anbauen wird als ursprünglich geplant. Die Planung und Vorbereitung der Kulturen für das Jahr, Überlegungen bezüglich einer geringfügigen Aufstockung der Mutterkuhherde, vertragliche Vereinbarungen mit der Biogasanlage in Güstrow, das konsequent verfolgte Ziel, so wenig Biomasse wie möglich vom Acker zu holen – die Agrar Rheinsberg GmbH und ihr Geschäftsführer Tobias Schulz boten jedenfalls viele spannende Gesprächsinhalte. Das Interesse des Landrates galt aber auch der Geschichte des Betriebs, denn diese ist durchaus ungewöhnlich:

Aus der einstigen LPG wurde nach der Wende erst eine Genossenschaft, dann eine GmbH – so weit, so üblich. Dann jedoch trafen die Genossenschaftsmitglieder die Entscheidung, eine GmbH zu gründen und rechtzeitig vor einer möglichen Zersplitterung der Struktur, einen Investor zu finden, der ihre Ziele – den Erhalt des Betriebs vor Ort inklusive vor Ort ansässiger Betriebsleitung und die Weiterbeschäftigung des Personals – teilt und den ganzen Betrieb kauft. Dies gelang tatsächlich, sodass das Team um Tobias Schulz den Betrieb mit vielen Freiheiten führen und weiterentwickeln kann und der eigentliche Gesellschafter im Hintergrund im Betriebsalltag kaum eine Rolle spielt. Tobias Schulz gelingt es offensichtlich, seinen Gestaltungsspielraum verantwortungsvoll und zukunftsorientiert zu nutzen. Der Betrieb läuft gut, das Gelände sieht aufgeräumt aus, der gute Zustand des Maschinenparks fällt dem Landrat auf den ersten Blick auf  und Probleme, gutes Personal, d.h. vor allem gute Landwirte, zu finden und zu halten, hat Tobias Schulz auch nicht.

„Viele der jungen, gut ausgebildeten Landwirte bringen echte Leidenschaft mit – haben aber auch ein Privatleben, Freunde, Familie. Um die zu bekommen und zu halten, arbeiten wir recht erfolgreich daran, den Umfang der Überstunden – für landwirtschaftliche Verhältnisse – möglichst gering zu halten und gleichzeitig alle technischen Möglichkeiten zu nutzen, die wir heutzutage in der Landwirtschaft haben.“

Tobias Schulz

Landrat OPR bei der Agrar Rheinsberg GmbH

Von links nach rechts: Steffen Müller, Ralf Reinhardt und Tobias Schulz vor einem der beiden Mähdrescher der Agrar Rheinsberg GmbH (Foto: Wiebke Nowack, REG)

Zur Nutzung moderner Technik gehört für ihn auch die kleinteilige Aufteilung und regelmäßige Analyse seiner Schläge. Er kennt die Flächen seines Betriebs genau – in Bezug auf Nährstoffbedarf, Wasserhaltevermögen und sonstige Besonderheiten. Bei der Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemittel können sein Team und er all das genau berücksichtigen und nur so viel ausbringen, wie nötig und sinnvoll ist. Das ist wirtschaftlich sinnvoll, ökologisch vorteilhaft und macht nicht zuletzt den Landwirten Spaß. Landrat Reinhardt zeigte sich beeindruckt und auch Steffen Müller und Wiebke Nowack von der REG Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg verließen den Betrieb am Ende mit dem Eindruck, dass hier ein Unternehmen wirtschaftet, von dem Andere möglicherweise etwas lernen könnten.