Landrat Ralf Reinhardt und REG führen Unternehmensbesuche im Nordwesten des Landkreises fort
Unternehmensbesuch beim Bus- und Reiseunternehmen Schröder Reisen in Wusterhausen/Dosse: Austausch zu Infrastruktur, Branchenlage und Zukunftsperspektiven
Bei strahlendem Sonnenschein besuchten Landrat Ralf Reinhardt und der Bürgermeister der Gemeinde Wusterhausen/Dosse, Philipp Schulz, das Bus- und Reiseunternehmen Schröder vor Ort. Begleitet wie gewohnt von der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg wurden sie von den Inhabern und Geschäftsführenden Kathrin Novotny und Knut Schröder sowie der „Führungsriege in Spe“, Karolin Rogge und Tobias Wasmuth, empfangen. Das Unternehmen beschäftigt 12 fest angestellte Mitarbeitende und sechs Pauschalkräfte und bietet neben umfangreichen Bustouren auch Anmietverkehr, Flug- und Schiffsreisen, Linien- und Behindertenverkehr an.
Zu besprechen gab es vieles und es begann direkt mit für den (Bus-)Verkehr unmittelbar relevanten Themen: Der Zustand der Straßen sowie die damit verbundenen Herausforderungen in der Abstimmung und Kommunikation zwischen den beteiligten Ämtern und Institutionen war nur eins der Themen, welches die allgemeine Infrastruktur- und Verkehrspolitik berührte.
Darüber hinaus wurde die aktuelle Situation der Busreisebranche umfassend beleuchtet. Kathrin Novotny hob die ungebrochen gute Nachfrage nach unterschiedlichen Reiseangeboten positiv hervor. Gleichzeitig stellen die rückläufige Zahl an Hotels vor Ort – unter anderem aufgrund von Personalmangel und damit verbundenen Schließungen – sowie die erschwerte Kalkulation durch schnell veraltende Kostenstrukturen große Herausforderungen dar.
In Bezug auf die individuelle Situation der Betriebe brachte Geschäftsführer Knut Schröder seine und die Situation der allermeisten anderen Unternehmen auf den Punkt: „Es geht nur mit den richtigen Mitstreitenden – zum einen Menschen, die etwas vorantreiben, zum anderen auch Nachwuchs im Unternehmen.“ Das Unternehmen verfügt über einen stabilen und engagierten Mitarbeiterstamm. Die Zufriedenheit im Team ist hoch, gleichzeitig wurde betont, dass der Beruf der Busfahrerin bzw. des Busfahrers eine echte Berufung sei: „Das muss man wollen und leben“, so die Einschätzung vor Ort.
Auch das Betriebsgelände wurde besichtigt. Dabei wurden zwei Reisebusse aus unterschiedlichen Epochen präsentiert – ein liebevoll gepflegter Oldtimer sowie ein moderner VIP-Reisebus –, die eindrucksvoll die Entwicklung der Branche veranschaulichten und sofort den Eindruck übermittelten, dass eine Busreise sehr komfortabel sein kann.
„Es geht nur mit den richtigen Mitstreitenden – zum einen Menschen, die etwas vorantreiben, zum anderen auch Nachwuchs im Unternehmen.“
v.l.n.r.: Philipp Schulz, Knut Schröder, Kathrin Novotny, Tobias Wasmuth, Karolin Rogge, Ralf Reinhardt (Foto: Alena Fissek, REG)
Bemerkenswert ist zudem das Engagement im eigenen Betrieb: Durch eigenständig durchgeführte Wartungsarbeiten bis hin zum Reifenwechsel können Kosten eingespart werden. Diese Aufgaben werden teilweise vom Geschäftsführer persönlich übernommen. Auch der Juniorchef ist bereits intensiv eingebunden, hat sich umfangreiche Kenntnisse angeeignet und kann bei Bedarf in allen Bereichen flexibel einspringen.
Mit Blick in die Zukunft wurde schließlich auch über Investitionen gesprochen. Im Zuge eines geplanten Neubaus einer Halle für die Busflotte wird die Installation einer Photovoltaikanlage erwogen. Sollte sich eine wirtschaftlich und technisch sinnvolle Kopplung ergeben, könnten perspektivisch auch E-Busse eine Rolle im Unternehmen spielen. Sorgen macht nämlich auch die Dieselpreis-Entwicklung.
Der Besuch ließ einmal mehr tiefe Einblicke in ein erfolgreiches und tief in der Region verankertes Familienunternehmen zu und trug zu besserem Verständnis der jeweiligen anderen Seite bei.
Mit Holz und Herz – Besuch beim größten industriellen Arbeitgeber im Landkreis OPR – Landrat Ralf Reinhardt zu Gast bei Swiss Krono in Heiligengrabe.
Begleitet wurde Ralf Reinhardt von Andreas Liedtke, Dezernent für Gesundheit und Soziales, der Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, Anja Blumenstein, der Leiterin des Amts für Migration, Dorina Hortig, sowie der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg. Vor Ort erwarteten Geschäftsführer Hendrik Hecht sowie sein Personalchef Christian Baumann die Delegation.
Schwerpunkt des Tages sollte die Integration von Menschen mit Fluchthintergrund in das große Industrieunternehmen sein. Erfahrung in diesem Thema hat Swiss Krono zwar zur Genüge – 48 Mitarbeitende sind nicht-deutscher Herkunft – den entscheidenden Unterschied macht aber die Einstellung und die Persönlichkeit des Individuums, sind sich die Verantwortlichen des Unternehmens einig. Bei dem Termin anwesend war ebenfalls Adel Al Elewie, ein junger Mann aus Syrien mit Fluchtgeschichte. Grit Wilke, Leiterin des Übergangswohnheims in Heiligengrabe, berichtete über seine Erfolgsgeschichte. „Von Anfang an hatte Adel das Ziel, eine Arbeit zu finden und sich zu entwickeln. Anfangs war sein Deutsch noch nicht gut genug – da hat er sich zu Hause hingesetzt und gelernt – bis es reichte, um bei Swiss Krono angestellt zu werden“. Seitdem würde er nicht müde, anderen Geflüchteten die Notwendigkeit des Spracherwerbs, gegebenenfalls mit einer ordentlichen Portion Eigeninitiative, nahezulegen, wenn sie etwas Vergleichbares erreichen wollen. Allein gelassen werden sie dabei nicht – das Unternehmen bietet interne Deutschkurse an, bei denen neben der Alltags- die Fachsprache nicht zu kurz kommt. Denn Worte wie „Querzugsfestigkeit“ sind im normalen Leben weitestgehend unbekannt, in der Holzwerkstoff-Fertigung jedoch an der Tagesordnung.
Der Besuch zeigt, wie gute Zusammenarbeit zwischen den Institutionen, Unternehmen und Arbeitskräften funktionieren kann. Das Übergangswohnheim und damit das Amt für Migration unterstützt Menschen wie Adel Al Elewie mit allem rund um Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, das Unternehmen mit einem angepassten Arbeitsumfeld und Sprachkursen. Die altbekannten bürokratischen Hürden sind bei weitem nicht aus der Welt geräumt und liegen in der Regel nicht im Einflussbereich des Einzelnen. Wenn der Wille da ist, wie bei Adel und auch bei den Menschen, die unterstützen, kann dennoch eine wirkliche Erfolgsgeschichte daraus werden. Hendrik Hecht fand klare Worte zum Thema Bürokratie in der Integrationspolitik: „Nicht der Anspruch an die Qualität muss gesenkt werden, sondern die Zeit, die es braucht, um klare Antworten zu bekommen.“
„Von Anfang an hatte Adel das Ziel, eine Arbeit zu finden und sich zu entwickeln. Anfangs war sein Deutsch noch nicht gut genug – da hat er sich zu Hause hingesetzt und gelernt – bis es reichte, um bei Swiss Krono angestellt zu werden.“
Gruppenfoto mit Landrat Ralf Reinhardt und Adel El Elewie (Mitte) (Foto: Alena Fissek, REG)
Sozialdezernent Andreas Liedtke führte das Thema weiter aus. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin sei gut aufgestellt – es werden Förderungen aus EU-Mitteln in Anspruch genommen, die Fachkräfte in den Ämtern sind engagiert und lösungsorientiert, fast alle Menschen, die im Asylbewerberleistungsbezug standen und stehen, wurden und werden
vermittelt. Ralf Reinhardt ergänzt, dass ein großer Vorteil die Zentralisierung aller Behörden „in einem Haus“ sei. All diese Faktoren führen dazu, dass OPR im Großen und Ganzen eine hohe Beschäftigungsquote aufweist.
Bei dem anschließenden Betriebsrundgang durch die beeindruckenden Hallen des Unternehmens konnte Adel El Elewie den interessierten Beobachtenden seinen Arbeitsplatz vorstellen. Hierbei wurde sehr deutlich, wie wohl sich der sympathische junge Mann genau hier an diesem trubeligen Ort fühlt.
Auf fruchtbaren Boden fiel auch das Thema „Willkommensagentur“ zur Anwerbung und Unterstützung von potenziellen Fachkräften – sowohl in Richtung der Zielgruppe der Menschen mit Fluchthintergrund, aber auch in Richtung der qualifizierten Fachkräfte aus dem deutschsprachigen Raum. Sowohl das Amt für Migration als auch die REG arbeiten aktuell an Projekten dieser Art.
Beispiele wie diese veranschaulichen einmal mehr, dass gute Integration in ein Unternehmen, aber damit auch in die Gesellschaft funktionieren kann, wenn alle Involvierten an einem Strang ziehen. Die Besuchenden an diesem Tag können nun mit einem weiteren „Best Practice“ – Beispiel anderen Betrieben Inspiration geben.