Neuer Zeitplan für RE6-Ausbau lässt weiter auf sich warten –  Unternehmensbefragung unterstreicht Relevanz für Wirtschaftsstandort

Die REG Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG), tätig in den Bereichen Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung, hat im August dieses Jahres über 1.000 Unternehmen und sonstige Arbeitgeber in der Region zur Relevanz von Regionalbahnverbindungen für den Wirtschaftsstandort befragt. Ausgewertet wurden schließlich die Antworten von 226 Unternehmen aus dem gesamten Kreisgebiet und aus unterschiedlichsten Branchen.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass zuverlässige Regionalbahnverbindungen einen erheblichen Einfluss auf die Attraktivität der Region als Wirtschaftsstandort haben und die derzeitig angebotenen Verbindungen dem Potenzial dieser Mobilitätsform bei Weitem nicht gerecht werden:

  • Die große Mehrheit der befragten Unternehmen schreibt dem Erhalt und Ausbau der Regionalbahnverbindungen grundsätzlich eine hohe Bedeutung zu.
  • Mehr als die Hälfte der Unternehmen gibt an, dass Mitarbeitende die Regionalbahnen regelmäßig oder gelegentlich im beruflichen Kontext nutzen
  • 2/3 der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sich eine Takterhöhung des RE 6 zwischen Neuruppin und Berlin positiv auf die eigene Attraktivität als Arbeitgeber auswirken würden.
  • Für das Szenario eines Wegfalls der Verbindung RB73/74 erwartet etwa die Hälfte aller befragten Unternehmen negative Auswirkungen, von den Kyritzer Unternehmen erwarten 84 % negative Auswirkungen.
  • In zahlreichen individuellen Rückmeldungen wird deutlich, dass die Unternehmen großes Potenzial im Ausbau und einer verbesserten Pünktlichkeit sehen.
REG Nordwestbrandenburg - Umfrage Relevanz Regionalbahnanbindungen OPR - Branchenzugehörigkeit der Unternehmen

Prozentuale Branchenverteilung der Unternehmen, welche an der Umfrage zu den Regionalbahnanbindungen im OPR teilgenommen haben.

Der hohe Rücklauf der Umfrage macht deutlich, wie wichtig das Thema guter Bahnverkehr für unsere Region ist. Seit Jahren fordern unsere Unternehmen – darunter auch große Arbeitgeber und Industriepartner – verbindliche Verbesserungen im Regionalbahnverkehr. Diese Forderungen sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, um unsere Wirtschaft und Lebensqualität zu sichern. Es geht nicht nur um den Ausbau des RE6 oder die Rettung der RB73/74, sondern um eine klare Botschaft: Auch der Nordwesten Brandenburgs braucht Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir dürfen nicht länger zurückgestellt werden –  jetzt ist der Zeitpunkt, um endlich die Weichen für eine moderne, zuverlässige und zukunftsfähige Mobilität in unserer Region zu stellen. Dazu gehört auch jetzt schon eine direkte, umsteigefreie Verbindung in die Hauptstadt.

Ralf Reinhardt

Landrat OPR

Die Möglichkeit, sich unabhängig vom privaten PKW bewegen zu können – idealerweise sogar den täglichen Arbeitsweg auf diesem Weg zurückzulegen –, ist ein entscheidender Standortfaktor. Für viele Arbeitskräfte spielt diese Mobilität eine zentrale Rolle bei der Wahl ihres Arbeitgebers – das hören wir immer wieder. Auch unsere Gäste, ob auf Geschäftsreise oder im privaten Urlaub, nutzen gerne öffentliche Verkehrsmittel. Deshalb sind der Erhalt und die qualitative Verbesserung des bestehenden Angebots das absolute Minimum. Um unseren Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu machen, brauchen wir eine Takterhöhung beim RE 6, die vollständige Elektrifizierung der Strecke, die Ertüchtigung der Gleise für höhere Geschwindigkeiten, weniger Ausfälle und Verspätungen sowie – nicht zu vergessen – verlässliche und abgestimmte Anschlussverbindungen an den Bahnhöfen.

Steffen Müller

REG Nordwestbrandenburg - GF

Die Befragungsergebnisse sowie das Thema des dringend notwendigen Ausbaus des RE6 waren auch auf der jüngsten Gesellschafterversammlung der Regionalentwicklungsgesellschaft Thema. Die Gesellschafter, darunter auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Städte Neuruppin, Wittstock und Kyritz sowie die Kreissparkasse nahmen die Ergebnisse mit großem Interesse zur Kenntnis und verstehen diese als wichtige Referenz für die gemeinsame Interessensvertretung für die Region.

In der angekündigten Taktverdichtung des RE6 liegt für die Fontanestadt Neuruppin enormes Potenzial. Die Zahl der Pendler aus und nach Neuruppin steigt seit Jahren kontinuierlich – so pendeln (alle Verkehrsmittel gerechnet) mittlerweile fast 8.000 Menschen täglich in die Stadt und ca. 4.600 aus der Stadt heraus. Ein verbessertes Mobilitätsangebot lässt eine noch stärkere Nutzung der Bahn erwarten und steigert die Attraktivität als Arbeits- und Wohnort. Mit der strategischen Entwicklung und Aufwertung der Bahnhofsumfelder bereiten wir uns längst darauf vor und erwarten einen ambitionierten und realistischen neuen Zeitplan, der dann auch eingehalten wird.

Nico Ruhle

Bürgermeister Neuruppin

Um mehr Menschen davon zu überzeugen, dass man hier gut leben und arbeiten kann und damit Arbeitskräfte für unsere Unternehmen zu binden und in die Region zu locken, brauchen wir nicht nur attraktiven Wohnraum, sondern unbedingt auch attraktive Anbindungen im Bereich ÖPNV, innerhalb der Region und aus der Region heraus.

Anja Blumenstein

Vorständin Sparkasse Ostprignitz-Ruppin

Hintergrundinformationen, detaillierte Befragungsergebnisse sowie aussagekräftige Zitate von Unternehmen zum Thema sind in einem 11-seitigem Bericht enthalten, welcher dieser Pressemitteilung angehängt ist und auch auf der Webseite der REG zum Download zur Verfügung steht.

REG Gesellschafter mit Ergebnisbericht Unternehmensbefragung Regionalbahnverbindungen OPR - 05.12.2025

Auf dem Foto von links nach rechts: Werner Nüse (zuständiger Dezernent im Landkreis OPR), Steffen Müller (Geschäftsführer der REG), Anja Blumenstein (Vorständin, Sparkasse OPR), Ralf Reinhardt (Landrat OPR), Nora Görke (Bürgermeisterin der Stadt Kyritz, Nico Ruhle (Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin). Foto: Wiebke Nowack (REG)

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